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Brücken und Stege in Gubin - Jungfernbrücke

Sehenswürdigkeiten

Bild: Jungfernbrücke

Objektbeschreibung

In der Stadt Gubin gibt es viele historisch interessante Brücken, die mitunter jahrhundertelang Holzkonstruktionen waren und Anfang des 20. Jahrhunderts zu massiven Stahlbetonbrücken umgebaut wurden. Zu den bekanntesten, chronologisch beschrieben, gehören:

  1. Crossenerbrücke - eine ein-Feld Beton- und Stahlbrücke, mit zwei mit Geländern und geschützten Fußgängerüberwegen, die die Kresowa-Straße mit der Roosevelt-Straße verbindet. Bis zum Abriss der meisten Wehrmauern, also vor der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, war diese Brücke Teil der ehemaligen Stadtbefestigung.
  2. Jungfernbrücke - eine weitere Brücke, die Teil der städtischen Bausubstanz der Renaissancezeiten ist, ist ein kleines Bauwerk am Kreisverkehr, der die Piastowska-Straße mit der Roosevelt-Straße verbindet. Karl Gander, Heimatshistoriker und Lehrer aus Guben, schrieb in seinem Buch "Geschichte der Stadt Guben", dass schon 1843 für 386 Taler diese [bis dahin Holz-] Brücke umgebaut und deutlich verbreitert wurde (vgl.). 1907 wurde die Holzkonstruktion demontiert und durch eine schlichte, beidseitig geschlossene Steinkonstruktion mit einer geschmiedeten Balustrade ersetzt. Von der Brücke gab es einen Blick auf das Stadttheater und die Schützeninsel. Das Bauwerk wurde 1945 durch Militäroperationen zerstört - ein Jahr nach der Übernahme von Guben durch Polen wurde die Brücke unter teilweisem Erhalt der ursprünglichen Steinbalustraden wieder aufgebaut.
  3. Große Brücke: Jahrhundertelang war die Große Brücke ein wesentlicher Bestandteil der dynamischen, wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt – genau hier verlief seit dem Mittelalter eine der internationalen Handelsrouten. Aufgrund ihrer Holzkonstruktion und der unmittelbaren Nähe des kapriziösen Flusses wurde es oft beschädigt. Besonders das Hochwasser von 1897 führte zur fast vollständigen Zerstörung und zwang die Stadtverwaltung, sie in einer dauerhafteren Form wiederaufzubauen. Obwohl diese Pläne bereits 1901 in Angriff genommen wurden, begann erst im Jahr 1922, nach langjährigen technischen und baulichen Vorkehrungen der Bau einer für die damalige Zeit äußerst modernen, massiven Stahl-Beton-Konstruktion. Die ein Jahr später in Betrieb genommene Brücke überlebte in ihrer neuen Form nur bis zum 20. April 1945, als die sich aus dem zerstörten Ostteil der Stadt zurückziehenden deutschen Truppen sie sprengten. Das Bauwerk wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut und zum Grenzübergang gemacht, welcher nach über 60 Jahren am 2. Dezember 2007 im Rahmen des Schengener Abkommens aufgelöst wurde.
  4. Fußgängerbrücke zur Theaterinsel: In ihrer ursprünglichen Form wurde die Steinbrücke zur Theaterinsel in einem ähnlichen Stil wie die sich nur 45 Meter nördlich befindliche Jungfernbrücke gebaut. Dieser Steinbau verband das Stadttheater, das Schützenhaus, den Park und den Schießstand mit dem Rest der Stadt und ersetzte eine kleinere Holzbrücke. Wie die meisten Gubener Brücken wurde sie 1945 vollständig zerstört. Erst 1998 erfolgte der Wiederaufbau – seitdem kann die Theaterinsel durch eine Beton-Stahl-Fußgängerbrücke mit Holzbalustrade erreicht werden.
  5. Fußgängerbrücke von der Theaterinsel nach Guben: Die neueste Brücke in Gubin ist die Fußgänger- und Fahrradbrücke, die die Theaterinsel im polnischem Gubin mit der Alten Poststraße in deutschem Guben und der Neißepromenade verbindet. Die Fußgängerbrücke wurde in einer ein-Feld Stahl-Holz-Bogenkonstruktion mit einer schlanken Plattform und einem starren Doppelbogen errichtet. Der Tag der Inbetriebnahme symbolisiert den Moment des Beitritts Polens zum Schengen-Raum am 21. Dezember 2007 (die Fußgängerbrücke wurde am Vortag eröffnet).

Entstehungshintergrund, Objektgeschichte

In Guben, wie auch in anderen europäischen Städten, bestanden die Brücken jahrhundertelang hauptsächlich aus Holz. Holzbrückenkonstruktionen waren vor allem wegen ihrer geringen Baukosten, der hohen Materialverfügbarkeit, der Schnelligkeit und einfachen Bauart sowie des geringen Gewichts beliebt. Leider hatten sie aber auch ihre Nachteile, die sich besonders im urbanisierten Gebiet bemerkbar machten – Holzbrücken waren sehr anfällig für Witterungseinflüsse, sie wurden bei Überschwemmungen und Bränden erheblich und oft komplett beschädigt, was zu hohen Instandhaltungskosten führte. Zudem konnten sie aufgrund der geringen Festigkeit des Materials und damit geringer Spannweite und Tragfähigkeit (mehrere Meter bei Balkentragwerken, ca. 40 Meter bei Gitterbauwerken) sowie der zunehmenden Verkehrsintensität ihre Transportfunktion über die Jahren nicht mehr vollständig erfüllen.
Mit der Popularisierung der Stahlbetonkonstruktionen begannen die Stadtbehörden, ihre alten Brücken in Holzbauweise nach und nach auszutauschen. In Guben wurden auf diese Weise fast alle Brücken über Neiße, Lubsza, Egelneiße und Schwarzes Fließ modernisiert. Ein erheblicher Teil der bestehenden Brücken wurde ganz am Ende des Zweiten Weltkriegs von den sich zurückziehenden deutschen Truppen zerstört. Viele wurden nicht wieder aufgebaut - zu dieser Gruppe gehört die Nordbrücke von 1925, die das größte Bauwerk dieser Art im Vorkriegs-Guben war.

Adresse

Jungfernbrücke: Kreisverkehr auf den Straßen Roosevelta und Piastowska, 66-620 Gubin, Polen

Koordinaten
51.953952799999996,14.72222795
Jahr der Entstehung, ggf. Veränderungen

Jungfernbrücke: 1843

Erschaffer/Architekt
Stadt Guben und später die Stadt Gubin
Objektzustand
Jungfernbrücke: Gut
Technische Objektdaten

Ungefähre Abmessungen:
Jungfernbrücke: 20 m lang, 11 m breit

Praktische Informationen

Alle Brücken können ganztags benutzt werden.

Gubin
Guben