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"Die erste Friedens-Weihnacht"

Kleinprojekte 2020

15.09.2020 – 15.03.2021
1.512,90 €
1.285,97 €

Das Themenjahr Kulturland Brandenburg 2020 steht unter dem Thema: „Krieg & Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg.“ Das Stadt- und Industriemuseum Guben widmet seine Ausstellungen und Veranstaltungen überwiegend diesem Themenjahr gerade auch, weil die Doppelstadt Guben – Gubin seine eigene Geschichte hierbei erzählen kann.

Die museale deutsch-polnische Sonderveranstaltung steht im Rahmen des musealen Arbeitsmottos: „75 Jahre Frieden – Szenen einer Nachbarschaft“. Das Thema der diesjährigen deutsch-polnischen Weihnachtsveranstaltung lautet: „Die erste Friedens-Weihnacht“.
Mit Beendigung des Zweiten Weltkrieges, genauer gesagt seit dem 20. Juni 1945 - ist Guben eine geteilte Stadt. Es entstehen das polnische Gubin und das deutsche Guben.
Nach Kriegsende waren die polnischen und deutschen Vertriebenen lange Zeit auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Links und rechts der Neiße litten sie unter Armut und mussten große Entbehrungen auf sich nehmen. Trotzdem gelang vielen die Rückkehr in ein normales Leben, für viele in einer neuen, anderen Heimat.

Der 24. Dezember 1945 ist das erste Weihnachten nach 6 Jahren Krieg, welches die Bürger*innen beider Städte in Frieden begehen.
Polnische und deutsche Zeitzeugen erinnern in ihren Berichten, wie Weihnachten zu dieser Zeit begangen wurde. Individuelle Erfahrungen und Erinnerungen der Gubenerinnen und Gubinerinnen stehen hierbei im Fokus. Gemeinsames Singen oder Vortragen deutscher und polnischer Weihnachtslieder stimmen uns auf das Thema ein und begleiten uns durch die Veranstaltung.

Mit der deutsch-polnischen Veranstaltung möchten wir auf die historische Entwicklung der vergangenen 75 Jahre in unserer Doppelstadt aufmerksam machen sowie die weihnachtlichen Traditionen des jeweiligen Landes pflegen und entdecken.
Durch die Erinnerung und besseres Kennenlernen der gemeinsamen Geschichte trägt auch diese deutsch-polnische Sonderveranstaltung zur Bildung einer gemeinsamen Identität und Stärkung der Idee der Eurostadt Guben-Gubin bei, denn Deutsche und Polen – wollen auch über vielfältige museale und kulturelle Veranstaltungen eine Brücke über die Neiße schlagen.

Die Sonderveranstaltung soll am Montag, 14. Dezember 2020, im Beisein deutscher und polnischer Gäste ab 15Uhr im Ausstellungsraum der Alten Färberei in weihnachtlicher Atmosphäre gestaltet werden.

Musikalische Beiträge von polnischen und deutschen Musikern im Laufe der gesamten Veranstaltung bereichern hier diese Sonderveranstaltung.
Nach einem deutschen und einem polnischen Zeitzeugenbericht zum ersten Weihnachten nach dem Krieg, bildet den Abschluss und einen besonderen Höhepunkt dieser Veranstaltung in diesem Jahr das Kennenlernen deutscher und polnischer Weihnachtsbräuche. Der polnische Brauch: "freier Platz am Festmahl" und "Stroh unter der Tischdecke", der in Polen stets zu Weihnachten zelebriert wird sowie ein deutscher Brauch: "Gedicht oder Lied zur Weihnacht", der vor der Geschenkübergabe erfolgt, sollen während der weihnachtlichen Veranstaltung vorgestellt werden.

Im Anschluss werden die Weihnachtsspeisen, zubereitet von einem deutschen und einem polnischen Caterer, den Teilnehmern gereicht und verkostet.
Zum Abschluss singen alle zusammen in der jeweiligen Sprache das Lied: „Stille Nacht, heilige Nacht…“

Das Projekt wird als ein wichtiger verbindender Teil verstanden, bei welchem es um die Darstellung der gemeinsamen Geschichte als auch um den Abbau von gegenseitigen Ressentiments deutscher und polnischer Menschen und der oftmals vorhandenen Hemmnisse und Sprachbarrieren zwischen Bürgern beiderseits der Grenze geht. Ziel des Projektes ist auch die Betonung der Bedeutung des Kriegsendes und des Friedens für die Völkerverständigung und insbesondere für die Bevölkerung der Doppelstadt Guben-Gubin. Somit kann mit Hilfe des Projektes der langwierige Prozess des Zusammenwachsens beider Städte gefördert und ein Beitrag zur Stärkung der Eurostadt Guben-Gubin geleistet werden.

Gubin
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